Krisenberatung rund um die Geburt

Nicht immer geht die Geburt eines Kindes mit ausschließlich positiven Gefühlen einher. Viele Frauen geraten in eine regelrechte seelische Krise (allein in Deutschland sind jährlich etwa 100.000 Frauen betroffen; Quelle: „Schatten und Licht e.V.“). Unterschieden werden drei mögliche Kategorien von Gemütszuständen: das peripartale Stimmungstief (auch Baby-Blues genannt), die peripartale Depression (bzw. peripartale Angst- und Zwangsstörung) und die peripartale Psychose. Häufig gehen diese Zustände fließend ineinander über. Starke Selbstzweifel, Schuld- und Schamgefühle führen dann zum sozialen Rückzug der Frauen, die statt Mutterglück zu empfinden zutiefst verzweifelt sind.

Betroffene Frauen wissen meist gar nicht genau, was eigentlich mit ihnen los ist und versuchen oft viel zu lange die Fassade der ausschließlich glücklichen Mutter aufrecht zu erhalten. Aber auch in Fachkreisen ist das Thema der peripartalen Depression nur unzulänglich bekannt und wird entsprechend selten diagnostiziert. Je nach Schwere der Symptome, hier sind Abstufungen von leichteren Anpassungsstörungen bis hin zu suizidalen Formen möglich, gibt es unterschiedliche Behandlungssettings.

Im Rahmen von ambulanten Beratungsgesprächen biete ich betroffenen Frauen Unterstützung, wenn Sie sich in einer Krise rund um die Geburt ihres Kindes befinden. Ich unterstütze Sie konkret beim Erkennen einer peripartalen Depression, begleite Sie in dieser belastenden Zeit und informiere ggf. über ortsnahe weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Viele betroffene Frauen berichten über die Schwierigkeit, eine (positive) Beziehung zu ihrem Kind herstellen zu können. Aus diesem Grund richtet sich ein Schwerpunkt meines Angebots  auf die Bindungsförderung zwischen Mutter und Baby. Hier arbeite ich mit der videogestützten Marte Meo Methode, die den positiven Blick nicht nur aufs Kind lenkt, sondern auch auf die eigenen Fähigkeiten.

„In den geheimsten Winkeln meiner Seele höre ich die flüsternden Stimmen der Unzufriedenheit, des Unglücks, sehne ich mich nach anderen Dingen als denen, die ich habe. Die Stimmen sind jedoch nicht laut genug, um gehört zu werden; ich sorge dafür, daß sie leise bleiben…“

(Kyra Pahlen)